Unabhängiger gemeinnütziger Verein gegen den Bau jeglicher neuer Hochleistungsstraßen im Nordosten Österreichs, insbesondere der S1 'Lobauautobahn'
 

140 km/h oder noch mehr auf Autobahnen?

"Heute wurde ein Autofahrer auf der neuen A5 bei Mistelbach mit 205 km/h gestoppt. Das ist nicht der Spitzenreiter: Erst vergangene Woche wurde unweit davon einer mit 213 km/h. Außreißer die zeigen, dass 130 nicht eingehalten wird. Die neue Regierung plant jetzt 140 km/h und weniger Radarkonrollen..."(ZIB 11.Jän 2018)

Ein Grund mehr erst gar keine Straßen zu bauen auf denen man so schnell fahren kann. Stopp Autobahnbau und -planung!

Schadstoffbelastung würde bei Tempo 140 um 20 Prozent steigen - derstandard.at/2000072089682/Tempo-140-wuerde-Schadstoffbelastung-um-mehr-als-20-Prozent-erhoehen

Laut einer Studie der TU Graz würde bei Tempo 140 die Schadstoffbelastung um 20% steigen, berichtet uns der Standard (12.Jän 2018).

 Wie will der neue Infrastrukturminister da irgendwelche Grenzwerte für Luftschadstoffe oder Lärm einhalten? Oder will er die gar nicht einhalten? Will er die Gesundheit der Bevölkerung auf dem Altar der Geschwindigkeit opfern? Anders können die Pläne auch Temporeduktionen wegen Immissionsschutzgesetz Luft aufzuheben nicht verstanden werden. Auf die genaue Zahl wie schnell man in Zukunft auf Autobahnen und Schnellstrassen fahren darf will sich Minister Hofer noch nicht festlegen lassen. Eines ist sicher: Mit dem Tempo steigt Lärm und Schadstoffausstoß (natürlich auch der Treibstoffverbrauch) überproportional an, wie seit langem bekannt ist:

Welche Vorteile haben Tempolimits auf Autobahnen?

"Weniger Schadstoffe, weniger Treibstoffverbrauch, weniger Lärm und mehr Verkehrs­sicherheit: Pro gefahrenem Kilometer emittiert ein PKW bei Tempo 100 statt Tempo 130 im Schnitt um 25% weniger Stickoxide und um 20% weniger Feinstaub. Zusätzlich reduziert man durch die niedrigere Geschwindigkeit die CO2-Emissionen um rund 16% und spart damit ebenso viel Treibstoff." brisante Fakten von der Seite des Umweltbundesamtes.

"Gegenüber 130 km/h bedeuten 100 km/h bei Pkw eine Abnahme des Pegels um 3 dB. Die gleiche Lärmreduktion würde bei einer Reduktion des Verkehrsaufkommens auf die Hälfte erzielt werden." eine Grafik die zeigt, dass Lärm nicht linear ansteigt findet sich ebenso auf der Seite des Umweltministeriums.

Pkw_Emissionspegel_vs_Geschwindigkeit

 

"Experten wissen, dass durch höhere Geschwindigkeitsunterschiede (Lkw dürfen weiterhin nicht schneller fahren) mehr Staus entstehen. Je schneller manche Lenker fahren, desto mehr und heftigere Bremsmanöver gibt es. Und desto mehr Stau bildet sich. Damit sinkt die Durchschnittsgeschwindigkeit. Denn die ideale Durchflussmenge kann mit Tempo 80 erreicht werden. Das ist auch der Grund, warum dieses Limit auf vielen Stadtautobahnen und bei den meisten Baustellen vorgeschrieben ist."(..)

Treibstoff Verbrauch steigt bei 120 km/h extrem an

"Bei der deutschen Führerscheinprüfung gibt es die Frage, um wie viel der Treibstoffverbrauch bei Tempo 160 verglichen mit 130 steigt. Die möglichen Antworten sind fünf, zehn oder 35 Prozent. Wobei hier nur berechnet wird, dass diese Geschwindigkeit konstant gefahren wird und es zu keiner Beschleunigung kommt. Die richtige Antwort ist 35 Prozent. Auf solche Ergebnisse kamen auch zahlreiche Auto-Fachmagazine bei Tests. Das Problem ist, dass bei 120 km/h der Verbrauch extrem zu steigen beginnt. Deshalb wurde die Höchstgeschwindigkeit in Österreich in den 70er-Jahren wegen der Ölkrise auf 130 festgesetzt. Sie wurde beibehalten, weil es eben weniger Tote gab,

Die Folgen eines höheren Tempolimits auf Autobahnen wären somit mehr Spritverbrauch, mehr Opfer und mehr Staus – bei (darüber kann man streiten) wenig oder vermutlich gar sogar keiner Zeitersparnis für den einzelnen. Auch deshalb wurde der 160er-Test des FPÖ-Verkehrsministers Hubert Gorbach rasch wieder zu Grabe getragen."

aus: " Tempo 160: Teurer, gefährlicher und mehr Stau"  Kurier 21.12.2017

Es überrascht nicht das von Hofer auch geplant ist sogar bestimmte Abgastests abzuschaffen mmit denenDen Einsatz von Manipulationssoftware, wie sie von VW verbotenerweise massenhaft eingesetzt wurde, könne man dann nicht mehr aufspüren, warnt die Umweltanwaltschaft des Landes Niederösterreich in ihrer Stellungnahme. In Deutschland sind Endrohrmessungen (für Feinstaub) seit 2018 wieder Pflicht – als Folge des Dieselskandals. Mit der vorgesehenen Verordnungsänderung "werden Softwaremanipulationen noch attraktiver, weil diese noch schwieriger als bisher entdeckt werden können", so Niederösterreichs Umweltanwaltschaft. - derstandard.at/2000072322703/Verkehrsminister-will-Abgastests-fuer-moderne-Fahrzeuge-abschaffenDen Einsatz von Manipulationssoftware, wie sie von VW verbotenerweise massenhaft eingesetzt wurde, könne man dann nicht mehr aufspüren, warnt die Umweltanwaltschaft des Landes Niederösterreich in ihrer Stellungnahme. In Deutschland sind Endrohrmessungen (für Feinstaub) seit 2018 wieder Pflicht – als Folge des Dieselskandals. Mit der vorgesehenen Verordnungsänderung "werden Softwaremanipulationen noch attraktiver, weil diese noch schwieriger als bisher entdeckt werden können", so Niederösterreichs Umweltanwaltschaft. - derstandard.at/2000072322703/Verkehrsminister-will-Abgastests-fuer-moderne-Fahrzeuge-abschaffen

Statt bei Autos vermehrt Abgastests durchzuführen, wie von der EU-Kommission gefordert, will der Verkehrsminister auf bestimmte Tests verzichten - derstandard.at/2000072322703/Verkehrsminister-will-Abgastests-fuer-moderne-Fahrzeuge-abschaffenVerkehrsminister will Abgastests für moderne Fahrzeuge abschaffen - derstandard.at/2000072322703/Verkehrsminister-will-Abgastests-fuer-moderne-Fahrzeuge-abschaffenVerkehrsminister will Abgastests für moderne Fahrzeuge abschaffen - derstandard.at/2000072322703/Verkehrsminister-will-Abgastests-fuer-moderne-Fahrzeuge-abschaffen

Die EU fordert von Österreich seit Jahren Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung, die entweder gar nicht oder nur völlig unzureichend ergriffen werden. Schon allein deshalb wäre Temporeduktion das Gebot der Stunde und eigentlich sollte man sich ein paar ganz grundsätzliche Fragen stellen, wie wir eigentlich leben wollen:

Die Zukunft hat andere Bedürfnisse: Die Entschleunigung der Beschleunigung

"In Zukunft werden wir unseren Zugang zum Beschleunigungsmantra der modernen Gesellschaft hinterfragen müssen. Es wird darum gehen, nicht das Höchsttempo als den bestimmenden Faktor der mobilen Gesellschaft von morgen zu betrachten, sondern vielmehr die Art der Fortbewegung. Entscheidend wird sein, wie wir – qualitativ gesehen – am besten ans Ziel kommen.

Hohe Flexibilität und permanentes Unterwegssein, die Verdichtung des Alltags und der Arbeitswoche werden von nicht wenigen Menschen als Belastung empfunden. Deshalb sucht gerade die hypermobile Gesellschaft nach Möglichkeiten der Entschleunigung. Die zentrale Lebensknappheit ist nicht mehr der Mangel an Waren, sondern der Mangel an Zeit. Zeitwohlstand wird zur Luxuserfahrung, wertvoller als teure Produkte. Die Steigerung der Lebensqualität wird immer mehr mit der Devise verbunden sein: besser statt schneller. Wir werden ein steigendes Bewusstsein für die Sinnhaftigkeit und den Nutzen umfassender Mobilität erleben. Die Notwendigkeit permanenten Unterwegsseins wird häufiger hinterfragt, Menschen setzen wieder stärker auf temporäre mobile Entschleunigung setzen. Radfahren und Zufußgehen rücken als entschleunigende Mobilitätsformen zurück in den Fokus. " aus: "Zukunft der Mobilität: Besser nicht schneller" Zeit online.

Natürlich gibt es Pläne entlang und in Autobahnen elektronische Messsonden und Kameras zu installieren die Temperatur, Feuchtigkeit, Auslastung, Schadstoffgehalt in der Luft usw. messen und dann die Geschwindigkeitsvorgabe flexibel auf elektronischen Verkehrsschilder je nach Bedarf ändern. Teilweise gibt es solche Anlagen auch schon. Auf einigen wenigen Hotspots mag das Sinn machen aber was gerne vergessen wird dabei: Installation und Wartung dieser ganzen Elektronik ist wahnsinnig teuer. Das ist staatliches Geld das uns bei Bildung, Gesundheit, Sozialem fehlt,  würde man es flächendeckend auf allen Autobahnen einbauen.  Und der Mensch ist ein "Gewohnheitstier". Viele die gewohnt sind auf einer Strecke schnell zu fahren sind nicht bereit sich nur wegen einem Tempolimitschild einzubremsen. Wenn bei Tempolimits aufgrund von IG Luft nur dann auf Temporeduktion geschaltet wird, wenn es zu Überschreitungen kommt, bleibt der Schadstoffgehalt in der Luft viel länger und öfter nahe am Grenzwert oder darüber und die Bevölkerung hat immer weniger Möglichkeiten sich wirklich in reinerer Luft zu Erholen.    

Ein Grund mehr: Stopp Autobahnplanung und -bau!

Autobahnen und Schnellstrassen verleiten durch ihren Bau zum Gasgeben. Je weniger Infrastruktur zum Schnellfahren gebaut wird desto besser.

Siehe A5: Bereits am Tag der Eröffnung gab es Beschwerden wegen der großflächigen Verlärmung bisher ruhiger Landschaft. Wie würde das erst sein, wenn die geplante TEN Nr. 25 als Trans european Network, als internationale Schwerverkehrsachse durchgängig von Danzig an der Ostsee bis nach Wien befahrbar ist?
Und A5 und eine S1 Lobau-Autobahn ein Teil davon sind?
Lieber heute Autobahnplanung und -bau stoppen und (Güter)Verkehr auf die Schiene!

Em.O.Univ.Prof. Dr.phil. Helga Kromp-Kolb, die führenden Klimaforscherin von Österreich hat schon vor einigen Jahren bei einer Veranstaltung gegen die geplante Lobau-Autobahn gesagt, dass wir im Bewusstsein des fortschreitenden Klimawandels nicht nur

"..keine neuen Autobahnen mehr bauen, sondern sogar über den Abriss bestehender nachdenken sollten."

Hier ein sehr sehenswertes Video von ihr zum Klimawandel. 

 

Der Forschungsbereich für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik schreibt: 

"Zentraler Punkt zur Erreichung der Klimaziele sei die Energiebesteuerung, u.a. die Angleichung der Steuern auf Benzin und Diesel [1], was die Umweltministerin schon abgelehnt hat [2]. Und während Frankreich sein Tempolimit auf Landstraßen senkt (aus Verkehrssicherheitsgründen, aber mit wesentlichen Auswirkungen auch auf die Emissionen), will der österreichische Verkehrsminister Tempo 140 auf Autobahnen erproben [3,4].

Umweltschutzorganisationen und NGOs lassen entsprechend kein gutes Haar an den Plänen der Regierung [5,6,7].

[1] https://www.ots.at/…/wifo-treibhausgasemissionstrends-erfor…

[2] http://www.tt.com/…/köstinger-verteidigt-dieselprivileg-kei…



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