Haarsträubendes Transit Projekt geplant! Was davon schon durchgesickert ist:
alle gelben Hervorhebungen von Rettet die Lobau
aus Ökonews 1.6.2010:
"Österreich muss Mega-Transitknoten Absage erteilen !
Will die Republik stattdessen mit AGN-Ratifizierung im Parlament Schützenhilfe leisten?
Wien- Wie die Umweltorganisation VIRUS berichtet,
plant die Slowakei an der March einen Transitknoten gigantomanischen Ausmaßes zu errichten. Sprecher Wolfgang Rehm: "Das hätte verheerende Folgen auf die Regionalentwicklung und die Donau March-Thaya Auen, zu deren Schutz auch die Republik Österreich verpflichtet ist. Statt konsequent gegen die Beeinträchtigung vorzugehen, sollen mit der geplanten
Ratifizierung des AGN Abkommens Ermunterungssignale gesetzt werden, das gehört sofort gestoppt!"
Nahe dem slowakischen Malacky soll auf 5500 ha um geschätzte 42 Mrd Euro ein sogenannter Transkontinentaler Transit- Terminal errichtet werden. Bestandteil des Konzeptes sind Hafenanlage und Großflughafen und laut VIRUS ebenso zahllose wie wahlose neue Autobahnen, Eisenbahnen, darunter auch solche mit Breitspur, die über die Transsibirische Eisenbahn eine Direktverbindung nach China herstellen sollen. Auch Schifffahrtskanäle sind vorgesehen. "Nachdem frei nach Shakespeares Böhmens-Küste der Hafen auch irgendwie angebunden werden müsste, wurde auch das bereits im Dritten Reich und in kommunistischen Zeiten vorangetriebene Donau-Oder-Elbe Kanal Projekt wieder ausgegraben und in das Paket, das offensichtlich allein durch seine schiere Größe beeindrucken soll, integriert", so Rehm.
Langfristig gehen die Vorstellungen der Planer in Richtung einer neuen Großstadt zwischen Wien Bratislava und Brünn unter Einbeziehung des Marchfeldes, das in einer 50-Jahres Vorschau weitestgehend als urbane Zone ausgewiesen ist.
"Die Herrschaften haben offensichtlich das mit dem Zusammenwachsen zu wörtlich genommen" kritisiert Rehm das Konzept. Das Projekt des Architekturbüros Jancina genießt offensichtlich die Unterstützung des slowakischen Transportministeriums. Als Financier soll die Republik China gewonnen werden bzw. wird mit diesem Paket
versucht, als Trittbrettfahrer der kommenden Donauraumstrategie EU-Mittel zu lukrieren. Das tschechische Verkehrsministeriums, treibende Kraft hinter dem Donau-Oder-Elbe-Kanal Projekt lobbyiert ebenfalls und beruft sich dabei auf den AGN-Vertrag über die europäischen Hauptbinnenwasserstraßen von Internationaler Bedeutung, der unter den Codes E20 und E30 dieses Projekt beinhaltet. "Gerade zum unpassendsten Zeitpunkt möchte nun 14 Jahre nach Vertragsunterzeichnung die Bundesregierung diesen Vertrag vom Parlament ratifizieren lassen, das wäre eindeutig das falsche Signal zum falschen Zeitpunkt", so Rehm.
Schließlich gehe es um das weltweit einzige ausgewiesene trilaterale Ramsar-Feuchtgebiet von herausragender internationaler Bedeutung "Die Republik Österreich muss Klartext sprechen, dass die Realisierung der vorgesehenen Begleitinfrastruktur auf seinem Territorium nicht genehmigungsfähig ist und alles daran setzen dass auch auf slowakischem oder tschechischem Gebiet nicht durch Vorleistungen große Schäden angerichtet werden. " meint Rehm."
nachzulesen hier
aus: DER STANDARD-Printausgabe, 1.6.2010:
"Hintertür für Kraftwerke in Wachau und Hainburg
31. Mai 2010, Ein Vierteljahrhundert nach der Au-Besetzung, die im Winter 1984/85 den Bau des Donaukraftwerks Hainburg verhindert und einen Nationalpark ermöglicht hat, soll ein neues Konzept den Vollausbau der Donau bringen
Wien - Offiziell mag niemand an den international geschützten und sowohl ökologisch als auch kulturgeschichtlich bedeutsamen freien Fließstrecken der Donau rühren. Wenn aber das Europä-ische Schifffahrts-Abkommen (AGN-Abkommen), das am Dienstag durch den Verkehrsausschuss des Nationalrats geschleust werden soll, in Kraft tritt, könnte Österreich sogar verpflichtet sein, die letzten beiden freien Strecken in der Wachau und unterhalb von Wien in einen Kanal mit Stauhaltung (und praktischerweise je einem Kraftwerk) zu verwandeln.
Diese Befürchtung hegt jedenfalls der Umweltdachverband (UWD), der Österreichs mitgliedsstärkste Umweltorganisationen vertritt und strikt gegen weitere Kraftwerksbauten an der Donau ist. UWD-Präsident Gerhard Heilingbrunner war 1984 als Umweltreferent der Hochschülerschaft (ÖH) der Organisator der Au-Besetzung bei Hainburg, die den Bau des Donaukraftwerks in der Au verhindert hat.
Dem STANDARD erklärte er, warum er gegen neue Staustufen ist, die der Schiffbarkeit der Donau dienen würden: "Fest steht, dass der Güterverkehr auf der Donau rückläufig ist. Das Transportaufkommen auf dem österreichischen Streckenabschnitt ist 2009 um 17 Prozent auf 9,3 Millionen Tonnen gesunken. Da jetzt auf Teufel komm raus einen Ausbau zu betreiben, ist auch wirtschaftlich nicht gerechtfertigt. Vielmehr müsste man versuchen, eine ökologisch vertretbare Nutzung von Wasserstraßen voranzutreiben - also nicht den Fluss denSchiffen, sondern die Schiffe dem Fluss anzupassen."
Planungen an der Donau müssten nachhaltig sein und den gesetzlichen Rahmenbedingungen entsprechen - also auch der Wasserrahmenrichtlinie der EU, die vorsieht, dass der Zustand von Fließgewässern nicht verschlechtert werden darf. Die Zeichen weisen allerdings in eine andere Richtung: In der Slowakei gibt es Überlegungen, bei Malacky einen Transkontinentalen Transit-Terminal zu errichten, der die Wasserstraße Donau mit Bahn und Flughafen sowie einem neu projektierten Donau-Oder-Elbe-Kanal verbindet.
Die ursprünglichen Pläne dafür reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück, ein kleines Teilstück wurde 1940 in der Lobau als Adolf-Hitler-Kanal ausgehoben. Egal, ob da oder (nach slowakischen Überlegungen) am Unterlauf der March gebaut würde: Es gäbe massive Eingriffe in die Natur - und die Zerstörung des Nationalparks Donauauen. Heilingbrunners UWD hat sich daher an die zuständigen Minister und an alle Abgeordneten gewendet, um das Schifffahrtsabkommen zu kippen. " (Conrad Seidl/DER STANDARD-Printausgabe, 1.6.2010 gefunden unter http://derstandard.at/1271377886972/Hintertuer-fuer-Kraftwerke-in-Wachau-und-Hainburg).
aus Radio Slovakia International (20.4.2010):
"Záhorie könnte bedeutender Verkehrsknoten werden
Fünf Verkehrswege könnten künftig am westslowakischen Knoten Malacky aufeinander treffen. Dafür soll in der Region Záhorie das Projekt Transkontinentaler Transit Terminal sorgen. Frühestens im Jahr 2020 soll ein neuer Flughafen, Hafen oder Bahnhof entstehen. Es wird damit gerechnet, dass an dem Verkehrsknotenpunkt 200 Millionen Güter jährlich abgefertigt werden.
Wie Juraj Janèina, einer der Urheber des Projektes, angab, sei es noch zu früh, einen genauen Termin für die Realisierung festzulegen. Die Kosten sollen sich auf 37 Millionen Euro belaufen.
Vizepremier Dušan Èaploviè sagt dem Projekt große Zukunftsaussichten voraus. Der stellvertretende Regierungsvorsitzende meint, man müsse mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen und mit kleineren Abschnitten der Donau einen Anfang machen. Er hält eine Anbindung dieses Verkehrsweges an Rotterdam und Hamburg für möglich. Der Terminal soll alle Binnengewässer an einem zentralen Knotenpunkt zusammenführen. Juraj Janèina:
Der Transkontinentale Transit Terminal, kurz TTT, ist der einzige fünfmodale Terminal seiner Art und Größe in Mitteleuropa. Sein Hauptziel ist es, den Transit und die Distribution von Gütern in Mitteleuropa, in Zusammenarbeit mit Nachbarländern sowie den Nicht-EU-Staaten, vor allem denen aus Asien zu fördern.
Das Projekt reagiere laut Janèina auf die strategische Lage der Slowakei sowie eine gute Anbindung an die östliche und westliche Verkehrsinfrastruktur. Die Position sei ideal, weil sie europäische Länder mit asiatischen verbindet. Wie Èaploviè angab, finde das Projekt auf der tschechischen, deutschen und auch österreichischen Seite Unterstützung.
Vorgestellt wurde es auf der Konferenz über die Donaustrategie der Europäischen Union. Sie findet von Montag bis Mittwoch in Wien und Bratislava statt. Die Veranstaltung soll dazu beitragen, die Makroregionen entlang des zweitlängsten Flusses in Europa zu fördern. Bis Jahresende soll die Strategie fertig sein. Dabei sind vierzehn Staaten – darunter auch Länder außerhalb der EU wie Serbien oder die Ukraine."
[20. 04. 2010, gefunden unter: http://www.slovakradio.sk/inetportal/rsi/core.php?page=showSprava&id=28033&lang=3