Unabhängiger gemeinnütziger Verein gegen den Bau jeglicher neuer Hochleistungsstraßen im Nordosten Österreichs, insbesondere der S1 'Lobauautobahn'
 

Für die Wiedereröffnung der S 80 Station Lobau: Intervallverdichtet und ausgebaut könnte diese Schnellbahnstrecke die umweltfreundliche Entlastung der parallel dazu verlaufenden Südosttangente sein. Stattdessen soll die Station Lobau 2016 abgerissen werden.

Die BI Rettet die Lobau - Natur statt Beton fordert:

Ausbau statt Schließung der S Bahn im 22. Bezirk!

Mehr Jahreskarten als Autos in Wien - Super - Nur was nützt die Jahreskarte wenn die Schnellbahnstationen geschlossen werden?

"Eine klimafreundliche urbane Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft und die Erreichung ambitionierter Klimaschutzziele. Mehr Öffis bedeuten weniger Emissionen und geringeren Energieverbrauch. Wer Wege mit den Öffis statt mit dem Auto zurücklegt, reduziert die individuellen CO2-Emissionen um 90 Prozent." Sehr richtig erkannt Frau Sima! Super! Aber wir fragen uns:

Warum baut man nicht den Öffi Verkehr noch mehr aus statt Autobahnen im großen Stil zu planen?

Warum sieht die Stadt Wien tatenlos zu wie die ÖBB die Schnellbahn kahlschlägt?

Unten ein sehr lesenswerter Artikel in der DBZ: Bürgerinitiative S80 Lobau wehrt sich gegen den geplanten Abriss der Station Lobau. Auch der Station Hausfeldstraße droht das Aus! Sehr hörenswert: Radio Orange Beitrag mit der BI S80 Lobau vom 26.12.2015.

Massive Verschlechterungen gibt es seit dem Fahrplanwechsel auch in der Station Erzherzog Karl Strasse: Beispiel sind alle Bahnverbindungen von der Station Erzherzog-Karl-Strasse zur U3 nach Simmering, an allen Wochentagen: In der Frühspitze wurden 27% der Züge gestrichen, über die gesamte Woche mehr als 7%.

1) Die Gesamtzahl der Züge pro Woche hat sich von 292 auf 271 reduziert, was -auf dem ohnehin schon sehr niedrigen Niveau- einer Reduktion von 7,2% aller Züge entspricht.
2) Die Intervalle der beiden stündlichen Züge außerhalb der Spitzenzeiten wurden von 34/26 auf 40/20 geändert, was wieder einer deutlichen Verschlechterung gleichkommt.
3) In der Morgenspitze zwischen Betriebsbeginn und 8:00 wurde die Anzahl der Züge von 11 auf 8 reduziert, also immerhin um 27%.
4) Damit einhergehend ergibt sich natürlich eine Intervallverlängerung. Während 2015 in der Morgenspitze Wartezeiten von um die 20 Minuten bestanden, so haben wir 2016 auch in der Morgenspitze die 40/20 Teilung.
5) Das "Abendspitzenloch" (da fällt einer der beiden stündliche Züge aus!? - ist im Diagramm schön erkennbar) wurde von 18:47 auf 18:12 vorverlegt. Anstatt es zu schließen, befindet es sich nun noch deutlich näher an der Abendspitze.
Fazit:
Neuerliche Verschlechterungen sind über den ganzen Tag verteilt, besonders gravierend in der Morgenspitze. So kann man die Leute gleich einmal davon abhalten, dass sie mit dem Zug in die Arbeit/Schule fahren.
 
Auch bei der S7 in Schwechat gibt es seit dem Fahrplanwechsel massiv Verschlechterungen.

"Die Doppelgarnitur einer S-Bahn wie in Wien eingesetzt, kann pro Fahrt 775 Autofahrten ersetzen. Das Potenzial der Bahn ist in der Ostregion doppelt so hoch wie die aktuelle Nutzung. Viele wohnen dort im Einzugsbereich einer Bahnhaltestelle." aus VCÖ Factsheet Urbaner Verkehr der Zukunft


 

 

Warum die ÖBB den AnrainerInnen der Schnellbahnlinie S80 die Lebensader ihrer Mobilität niederreißen will:

In einem Facebook Dialog auf der Seite der Bürgerinitiative S80 Lobau gibt sie "Auskunft":

Wir haben mit Verwunderung kürzlich erfahren, dass die ÖBB plant die Station Lobau im laufenden Jahr abzureißen.
Wir können hinter diesem Plan keinen Sinn erkennen. Die Station stellt, bereits eingestellt, keine Kosten oder Hindernisse im Alltag dar. Auch die schon seit über 15 Jahren eingestellte Station "Wien Strandbäder" (ersetzt durch die U6-Station Neue Donau) steht noch heute, ohne Probleme.
Ein Abriss würde unnötige Kosten mit sich bringen, die sich für den Steuerzahler nicht rechtfertigen lassen. Warum also die Station abreißen?

Kommentare
Österreichische Bundesbahnen (ÖBB)
Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) Liebe Bürgerinitiative S80 Lobau, über die aktuelle Planung erkundige ich mich und melde mich wieder. (kr)
Österreichische Bundesbahnen (ÖBB)
Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) Liebe Bürgerinitiative S80 Lobau, um die ostseits der Bahn gelegene Siedlung vor Schallimmissionen zu schützen, errichten wir auf Höhe des Bahnsteiges eine Lärmschutzwand. Dafür sind tiefe Fundierungen erforderlich. Da in diesem Bereich bereits Instandhaltungsarbeiten (Dammsicherung etc.) anstehen, werden aus wirtschaftlichen Gründen die Arbeiten in einem Vorgang durchgeführt. Ein Bestehenlassen der nicht mehr benötigten Bahnsteige würde nicht nur arbeitstechnisch einen höheren Aufwand erfordern, sondern ist auch wirtschaftlich (gegenüber dem Steuerzahler) nicht zu rechtfertigen. (th)

Gefällt mir · Antworten · 2. Februar um 14:44

 


Die Schnellbahn ist die ideale Alternative für PendlerInnen:

"...Rund 650.000 Beschäftigte pendeln laut Verkehrsclub in die Landeshauptstädte zur Arbeit. Der VCÖ forderte daher den verstärkten Ausbau der Schnellbahnen. "Die S-Bahn wird ein zentrales Element des Verkehrs im Stadt-Umland-Bereich sein", sagt Gansterer. Da die Arbeitszeiten immer flexibler werden, brauche es "dichte Takte auch in den Abendstunden, damit das Angebot attraktiv ist".Generell empfahl Gansterer den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in der Stadt und bei den Verbindungen zwischen Stadt und Umland. Außerdem sprach er sich für eine Vernetzung der Angebote mit Car- und Bike-Sharing aus." Die Presse vom 18.2.2016. Diesem Statement des VCÖ können wir nur zustimmen.


 
 

Newsletter der BI S80 Lobau:

Sehr geehrte Dame, Sehr geehrter Herr,

Mit Fahrplanwechsel jährte sich der traurige Verlust unserer geliebten Haltestelle. Leider ist es uns im Vorfeld nicht gelungen die mit perfiden Mitteln betriebene Auflassung zu verhindern.
Dies lag nicht zuletzt auch an einer gewissen Untätigkeit der zuständigen Politik, welche sich auf Absichtserklärungen und wage Versprechungen beschränken wollte. Es ist uns im Zusammenhang mit den diesjährigen Wiener Wahlen zwar gelungen, die Politik zu bewegen. Dem Willen der Politik standen allerdings nicht nur die ÖBB, sondern auch unwillige Magistratsverantwortliche entgegen.
Immerhin erinnerte sich der Wiener Bürgermeister Michael Häupl nach der Wahl (!) an seine, vor der Wahl gegebenen Versprechen, sich für die Beibehaltung der Station einzusetzen. Und tatsächlich musste der Magistrat wieder tätig werden. Aber aufgrund von noch zu klärenden Umständen provozierte man damit nicht etwa ein Einlenken der ÖBB, sondern die Ankündigung die Haltestelle bereits in Kürze komplett zu vernichten.
Leider haben wir, was unser Thema betrifft, für Sie keine bessere Weihnachtsbotschaft. Die ÖBB verschärfen ihre Bemühungen, Haltestellen aufzulassen, österreichweit. Für unsere Station ist das letzte Wort jedoch nicht gesprochen. Es kommt jetzt auch auf Sie an!
Wir laden Sie zum aktiven Mitmachen ein. Daher ersuchen wir Sie, falls Sie an unserem nächsten Treffen im neuen Jahr teilnehmen möchten um eine kurze Mitteilung. Wir senden Ihnen dann die Einladung zu (der Termin ist im Moment noch nicht fixiert).
Wir nutzen aber heute auch die Gelegenheit, Ihnen und Ihren Angehörigen frohe Festtage und ein gutes neues Jahr zu wünschen.
Mit freundlichen Grüßen
Das BI Lobau Team

Web: http://www.s80lobau.tk/
FaceBook: http://www.facebook.com/schnellbahn.lobau

Auf Youtube:  Sehenswerter W24 Beitrag zur Station Lobau vom 14.3.2015 (3:41min)

Laut Polizeiangaben nahmen 400 Menschen beim Protestzug am 13.12.2014 teil.

Hier ein Video dazu zum Downloaden.

Gemeinsam demonstrierten wir gegen die für 14.12.2014 geplante Schließung der S 80 Station Lobau durch die ÖBB von der U2 Station Stadlau zur Station Lobau.   

Durch Presseaussendung und Teilnahme am Protestzug unterstützte "Rettet die Lobau - Natur statt Beton" die Forderungen der BürgerInneninitiative "BI S 80 Lobau":

 

Innenpolitik/Verkehr/Wien/Niederösterreich/Chronik/S 80 Station Lobau
 
Nein zur Schließung der S 80 Station Lobau! Umweltfreundliche Mobilität JETZT!
 
Diesen Samstag 13.12.2014 ist ein Protestwandertag gegen die, von der ÖBB für den darauf folgenden Tag vorgesehene, Schließung der Schnellbahnstation S 80 Lobau geplant. Die BürgerInitiative Rettet die Lobau – Natur statt Beton ruft dazu auf an diesem teilzunehmen. Sie fordert dringend den Erhalt der Stationen Lobau und Hausfeldstrasse sowie eine Intervallverdichtung bei der S80 - auch als umweltfreundliche Alternative zu einer drohenden Lobau-Autobahn.
 
 "Unfassbar“ findet Jutta Matysek Obfrau der BI Rettet die Lobau – Natur statt Beton die bevorstehende Schließung der Schnellbahnstation Lobau mit 14.12.2014. Während die ÖBB noch mit, der in dieser Sache besonders aktiven, BI S80 Lobau in einem Mediationsverfahren saß wurde im Hintergrund längst beschlossen die Station Lobau zu schließen. „Die Bürgerinitiativen VertreterInnen zweieinhalb Jahre mit fadenscheinigen Argumenten in einem Mediationsverfahren hinzuhalten und währenddessen die Schließung der Station vorzubereiten, dass ist wirklich eine Verhöhnung der Betroffenen. Aber auch der Bahnkunden und Steuerzahler die für das teure Mediationsverfahren bezahlen mussten.“
 
 Die Station Lobau liegt direkt neben dem Nationalpark Donauauen. Vor allem im Sommer wurde diese umweltfreundliche Anfahrtsmöglichkeit von Erholungssuchenden und Badenden gerne genutzt. Die ÖBB reduzierte den ursprünglichen 20 min. Intervall zuerst auf 30 min., dann gab es auf einmal Löcher im Fahrplan von bis zu 2 Stunden. Wenn die ÖBB jetzt als Grund für die Schließung eine schlechte Auslastung angibt ist das wohl nur mehr zynisch.
  Mit solchen Intervallen wurde die S80 trotz Anbindung an den neuen Hauptbahnhof und an die verlängerte U2 und den neuen 26er in der Station Hausfeldstraße total unattraktiv gemacht. Jetzt soll die Bahn ab morgen in der Station Lobau nicht mehr stehen bleiben und von der Station Hausfeldstraße hört man das bald dasselbe geplant ist. Die Ostbahnstrecke soll bis Bratislava zweigleisig und elektirfiziert ausgebaut werden (Umweltverträglichkeitsverfahren ist im Laufen) aber davon werden die AnrainerInnen dieser Stationen nur mehr den Lärm haben, zusteigen können sie in Zukunft hier nicht mehr. Einmal mehr werden die Menschen zum Umsteigen auf Auto gebracht, man darf sich nicht wundern wenn Österreich bei der Klimakonferenz den Titel Fossil des Tages erhält. (und wieder massenhaft Geld wegen der Nichteinhaltung des Kyotozieles zahlen wird müssen).
 
  BI Rettet die Lobau – Natur statt Beton fordert:
 
 + Erhalt und Modernisierung der Stationen
 + 15 min. Intervall
 + eine zusätzliche Umsteigemöglichkeit zur S 45 (die, da sich die Linien ohnehin treffen, mit wenig Aufwand hergestellt werden könnte)
 + neue Zubringerbusse in NÖ, die Pendler östlich von Wien zur Ostbahn bringen und so zum Umsteigen auf die Bahn motivieren.
 + Nein zu „Ersatz“ der Bahn durch Autobahn denn:
 
 Die S 80 läuft genau parallel zur Südosttangente und könnte diese - entsprechend attraktiviert - ideal entlasten. Stattdessen ist hier von der Asfinag eine Lobau-Autobahn um 3 Milliarden Euro geplant. ÖBB und Asfinag sind zu 100% im Eigentum des Staates Österreich. Wir fordern Verkehrsminister Stöger auf hier endlich die Notbremse zu ziehen. Es kann nicht sein, dass staatlichen Konzerne für die er verantwortlich ist, derart für die Bevölkerung und den Staatshaushalt schädliche Dinge tun. Er ist gefordert jetzt die Weichen für eine umweltfreundliche Mobilität der Zukunft zu stellen und auch die Gelder in die richtige Richtung zu verlagern.
 Treffpunkt zur polizeilich angemeldeten der Protestwanderung der „BI S 80 Lobau“: Morgen Sa 13.12, 11 Uhr U2 Station Stadlau. Es wird die 2 km lange Strecke zur S80 Station Lobau gegangen die die ÖBB den AnrainerInnen ab morgen zumutet.

Die Schnellbahnlinien S 80 und S7 könnten, würden sie ausgebaut und intervallverdichtet, die ideale Entlastung der Südosttangente A23 sein. Seit Jahren fordern wir die Verlängerung (und Elektrifizierung) der S 80 nach Bratislava. Das würde, mit bequemer Anbindung an die U2, sicher zahlreiche Autofahrer und Pendler zum Umsteigen vom KFZ auf die Öffis bringen. Genauere Details finden sie  hier (runterscrollen bis "Eisenbahnmängel im Raum Wien").

 Während noch in zahlreichen jeweils ganztägigen Mediationssitzungen zwischen BI S80 Lobau und ÖBB diskutiert und verhandelt wurde hatte die ÖBB längst beschlossen die S 80 Station Lobau mit Ende 2014 zu schließen!   

  Davon sind nicht nur Anreihner, sondern auch Erholungssuchende und Gastronomiebetriebe auf der Donauinsel betroffen.

 Die U2-Verlängerung verbessert zweifelsohne die Verkehrsanbindung des 22. Bezirks an die Innenstadtbezirke, mit der systematischen Zerstörung der Schnellbahnlinie S80 (die Schließung der Station Lobau ist erst der erste Schritt) würde aber die direkte Anbindung an den Süden und Osten Wiens verloren gehen.

 

Hier der Newsletter der BI S80 Lobau dazu:


"Sehr geehrte Dame,

sehr geehrter Herr,

 Wir wenden uns heute leider mit einer schlechten Nachricht an Sie:
Die ÖBB lassen die Haltestelle "Lobau" gegen den Willen der Bevölkerung und gegen den Willen der Wiener Politik per 14. Dezember 2014 ersatzlos auf.

 Dies stellt sowohl für die zahlreichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wie auch für deren Angehörige (z.B. schulpflichtige Kinder), welche die Station "Lobau" bisher für die Erreichung von Arbeitsplatz bzw. Schule genutzt haben, eine so unangenehme wie ärgerliche Verschlechterung dar, welche für die Betroffenen aufgrund der entstehenden Umwege und Umstiege große Zeitverluste bringt (z.B. auf dem Weg in den 3. oder 12. Bezirk).

 Kommen auch Sie!

 Die Benützerinnen und Benützern der Haltestelle "Lobau" sind aufgefordert, auf die gut 2km entfernte Station "Stadlau" auszuweichen, eine Bus-Verbindung dorthin gibt es jedoch nicht.
Um die Strapazen dieses Weges zu präsentieren, laden wir zu einer Protest-Wanderung ein, die von der Station "Stadlau" zur Haltestelle "Lobau" führt.

                 Treffpunkt:

                Samstag, 13. Dezember 2014, 11 Uhr

                Bahnhof "Stadlau" (Vorplatz)

                anschließend

                Protest-Wanderung zur Station "Lobau"

                 Ausschank von

                "Protest-Punsch gegen die Kälte der ÖBB"

 Die ÖBB behaupten übrigens, die Auflassung der Haltestelle erfolge mit Zustimmung der Bürgerinitiative, was nicht der Fall ist; es ist wohl kaum glaubwürdig, dass wir uns nach Jahr(zehnt)en des Widerstand nun den Zusperrern beugen, seitens der ÖBB versucht man jedoch, unsere immer gegebene Gesprächsbereitschaft zur Durchsetzung der eigenen Ziel zu missbrauchen.

 Was bisher geschah:

 Konkret ist es so: Die ÖBB Infra AG hat sich entschlossen, unsere Station "nicht mehr im Haltestellen-Angebotskatalog zu führen", wie es so heißt; dies hat zur Folge, dass die ÖBB Personenverkehr AG mit den Zügen auch nicht mehr stehenbleiben könnte, wenn sie es wollte (was sie aber ohnedies nicht will).

 Eine weitere Folge dieser "schlauen" Vorgangsweise ist, dass die Stadt Wien und auch der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR, Eigentum der Länder Wien, Niederösterreich und Burgenland), von ihrer Vertragspartnerin ÖBB Personenverkehr AG die Bedienung einer nicht mehr existierenden Haltestelle nicht verlangen können, sondern auf den Gesamt-Konzern ÖBB bzw. auf die ÖBB Infra AG Druck ausüben müssten.

 Bitter Beigeschmack: Die ÖBB fanden bei Stadt Wien und Verkehrsverbund (VOR) willige Hilfe; es waren dies insbesondere die Baudirektorin Brigitte Jilka (Magistratsdirektion) und weitere städtische Fachleute, die "unauffällig" zu Werke gingen.

 Der grundsätzliche Beschluss für die Beibehaltung der Haltestelle "Lobau", den der Wiener Gemeinderat - das höchste willensbildende Gremium der Stadt Wien - im Jahr 2010 traf, kümmerte die hohen Beamtinnen und Beamten sehr wenig; vielmehr argumentierte man, die S-Bahn sei vor allem ein Verkehrsmittel der regionalen Erschließung.

Mediation als Mittel zum Zweck:

Wir - d.h. die Bürgerinitiative - wurden seitens der Stadt Wien (Baudirektorin B. Jilka) und der ÖBB in ein Mediationsverfahren gedrängt, an dem wir wohl oder übel teilnehmen "mussten" (eine Nicht-Teilnahme wäre kaum argumentierbar gewesen).

 Obwohl absehbar war, dass sich die gegesätzlichen Positionen (Auflassung oder Beibehaltung der Haltestelle) auch in einem solchen Verfahren nicht auflösen würden, scheute man weder die hohen Kosten des Verfahrens (einige "zigtausend" Euro) noch den Zeitaufwand der unbezahlt mitwirkenden Bürgerinnen und Bürger.

 Ein grundsätzliches Problem war (und ist) übrigens auch, dass zwei ökonomisch ungleich starke Seiten nur schwer an einem Verfahren mitwirken können, bei dem es in hohem Maße um die Einschätzung von Expertisen und Rechtsgrundlagen geht.

 Tatsächlich war es so, dass wir im Rahmen des Verfahrens nicht nur zahlreiche "Ungereimtheiten" hinzunehmen hatten (bewusste oder unbewusste Falsch-Angaben seitens der ÖBB, die wir Schritt für Schritt aufklären mussten), sondern die ersatzlose Auflassung der Haltestelle bereits während des laufenden Verfahrens vorbereitet und intern beschlossen wurde, ohne dies im Rahmen der Mediation zu kommunizieren. 

Ungeheuerlichkeit am Rande: Es war eine Regel des Verfahrens, dass wichtige Entwicklungen, die den Bestand der Haltestelle und/oder das Mediationsverfahren betreffen, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Mediationsverfahren unverzüglich mitgeteilt werden.

 Man hat den Beschluss der Haltestellen-Auflassung im Mediationskreis so lange verschwiegen, bis wir auf Grund von Gerüchten eine entsprechende Frage stellten: "Trifft es zu, dass die Haltestelle nun per Ende 2014 aufgelassen wird?" - Es sei dies ja in wenigen Monaten und es gäbe bislang keine Erklärung darüber im Mediationskreis. Die Vertreter der ÖBB erwiderten mit dem Hinweis, die Auflassung erfolge, allerdings nicht per Dezember 2014, sondern per Dezember 2015, was offensichtlich nicht zutreffend ist.

 Die beiden seitens der Stadt Wien (B. Jilka, Leiterin MD BD) entsandten Vertreter haben sich im Rahmen des Verfahrens zum Teil vehement gegen die Haltestelle gewandt; dies auch mit geradezu lustvoll dargebotenen Technik-Einwendungen, aber auch abstrakten Argumenten ("S-Bahn ist Verkehrsmittel für die überregionale, nicht für die innerstädtische Erschließung"). An den Beschluss des Wiener Gemeinderats (pro Haltestelle "Lobau") fühlt man sich seitens des Magistrats offensichtlich nicht gebunden.

 Historie:

 Es ist dies nun bereits das zweite Mal in der seit den 1920er-Jahren bestehenden Station, dass man ihr Ende herbeiführt; bereits 1995 - der damalige Vorwand war die durch den Bau des Kraftwerks "Freudenau" notwendig gewordene Hebung der Eisenbahn-Anlagen - schuf man vollendete Tatsachen.

 Es gelang im Jahre 1996 unserer damals gegründeten Initiative, die Politik in unserem Sinne zu bewegen: Mit der Unterstützung der damaligen Stadträte Hannes Swoboda und Fritz Svihalek, der Oppositionssprecher Bernhard Görg und Christoph Chorherr, der Bezirksverantwortlichen sowie vor allem wegen der Hilfe des damaligen Nationalrats Josef Edler geland es nicht nur, eine Haltestelle um damals etwa 20 Millionen Schilling (ca. eineinhalb Millionen Euro) wiederzuerrichten, sondern auch bessere Zugänge zu schaffen (Goldnesselweg).

 Die nächste Zusperr-Chance sah man 2010, diesmal war es wieder einmal die angeblich zu niedrige Fahrgast-Frequenz, mit der man die Auflassung argumentierte. Allerdings hatte man im Wahl-Jahr 2010 die Rechnung ohne die Wiener Politik gemacht, welche der Schließung letztlich doch nicht tatenlos zusehen wollte und sich für eine Beibehaltung dieser - für die Betroffenen doch wichtigen - Haltestelle einsetzte.

Die ÖBB haben seither nichts unversucht gelassen, unserem Stadtteil die Haltestelle "abzugewöhnen" und damit eine endgültige Auflassung leichter durchsetzen zu können.

Nachdem man seitens der ÖBB bereits die Auflassung der Haltestelle per Oktober 2010 in allen zur Verfügung stehenden Medien und Unterlagen kommuniziert hatte (z. B. Fahrpläne), war man durch die Interventionen seitens der Stadt Wien dann plötzlich gezwungen, die Station doch auch weithin zu bedienen.

Allerdings verschlechterte man den Fahrplan von Jahr zu Jahr; war es seit den 1990er-Jahren ein fixer 30-Minuten-Takt (Fahrzeit von "Lobau" bis "Südbahnhof": 11 Minuten), führte man später die S-Bahn-Züge nur mehr im 60-Minuten-Takt (bei gleichzeitiger Verlängerung der Fahrzeit auf 15 Minuten), wobei es für die "Lobau" Bedienungslücken von bis zu 180 Minuten (!) gab.

 Mit dem Fahrplan-Jahr 2015 beginnt nun eine neue Phase. Die Haltestelle "Lobau" ist - vorerst - Geschichte. Es soll dies auch für uns eine neue Phase kreativer Aktionen sein, die sich nicht nur auf Worte beschränken werden. Ihre Hilfe ist gefragt!

Mit freundlichen Grüßen Das BI Lobau Team

E-Mail: mailto:s80lobau@aon.at

Web: http://members.aon.at/s80lobau

FaceBook: http://www.facebook.com/group.php?gid=310330558151"



 Ein sehr lesenswerter Artikel dazu findet sich auf Ökonews

Hier der Aufruf zur Demo auf Radio Orange zum Nachhören.

 

Die Schweiz gab im vergangenen Jahr 366 Euro pro Kopf aus, Österreich nur 199 Euro. Warum ist für die Schiene nur sowenig Geld da und für Autobahnbau und -planung scheinbar immer massig? Wann kommt endlich eine zukunftsfähige Mobilitätspolitik?



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Ansprechperson: Stefan Wirius, Tel.: +436643544911, natur-statt-beton@chello.at
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