Unabhängiger gemeinnütziger Verein gegen den Bau jeglicher neuer Hochleistungsstraßen im Nordosten Österreichs, insbesondere der S1 'Lobauautobahn'
 

In der NÖN vom 26.6.2012 findet sich ein bemerkenswerter Artikel: 

"Keine Trasse für A5-Verlängerung WEINVIERTEL / Rückschlag für die Autobahnplaner jenseits der Grenze: Wie bereits im Jahr 2000 hob der Tschechische Oberste Verwaltungsgerichtshof in Brno den Raumordnungsplan für Südmähren auf. Geklagt hat ten 14 bet roffene Gemeinden und 10 Privatpersonen, die Einsprüche bei der öffent lichen Anhörung zur Raumordnung im Vorjahr war ein 2.500 Seiten starkes Konvolut .„Es gibt somit seit dem Jahr 2000 keinen rechtsgült igen Raumordnungsplan für Südmähren, und es wird damit auch weiterhin keine Autobahnverlängerung der A5, also keine Trasse der R52 in Tschechien geben“, freut sich Autobahngegnerin Renate Vacha, die die Planungen auch auf Weinviert ler Seite bekämpft . Warum wurde die Raumordnung aufgehoben: Bei der Planung der Verkehrsinfrast ruktur im dicht besiedelten Großraum Brünn, wurden die Umweltprobleme wieder nicht zur Zufriedenstellung des Gerichts gelöst , da dort schon 15 Jahre die EU-Grenzwerte für Luftverschmutzung inklusive Feinstaub und die für Lärmbelastung überschrit ten werden. Das Gericht konnte
darüber nicht hinweg sehen. Stat tdessen müssten Lösungen gefunden werden, um Transit aus der Region abzuziehen. Nicht enthalten sind im Raumordnungsplan auch die Variantenprüfungen Wien-Prag, Wien-Brünn und Wien-Katowitz.


Die Konsequenzen für Österreich? Vacha, Sprecherin der Bürgerinitiative A5-Mitte, fordert einmal mehr statt der „überdimensionierten Transitautobahn, die irgendwann kommt “ lokale, kleine Ortsumfahrungen und eventuell Tunnel bzw. eine Einhausung der Trasse bei Drasenhofen, Poysdorf und Erdberg. Wilfing: Keine Auswirkungen auf A5 : „Wir bauen!“ Verkehrslandesrat und Vater der Nordautobahn Karl Wilfing kann derart ige Forderungen nicht ernst nehmen: „Wir bauen wie geplant , was Tschechien macht , ist so gesehen egal! “ Dass auf tschechischer Seite mit dem Bau begonnen werde, damit rechne in Österreich ohnehin niemand mehr: „Das hören wir nur immer von den tschechischen Polit ikern! “ Probleme bedeute das für die Nordautobahn keine: I n Tschechien gibt es dank üppigem zweispurigem
Ausbau der R52 keine Engstellen zwischen Brünn und der Grenze, da eine geringere Frequenz erwartet werde, werde der letzte Abschnit t auch nur als Bundesst raßenumfahrung ausgebaut. Und mit dem Bau werde nächstes Jahr begonnen.
Quelle:NÖN
Art ikel: / lokales/ noe- uebersicht /mistelbach/ aktuell/Keine-Trasse-fuer-A5-
Verlaengerung; art2689,398515"

Höchste Zeit Einiges grundsätzlich in Fragen zu stellen:

  "Mobilität ist nicht gleich Verkehr" eine empfehlenswerte Radiosendung von Radio Orange vom 10.Mai 2010 zum download hier
"Raumplanung" noch eine hörenswerte Sendung aus der Sendereihe Dynamo Effekt vom 3.Juni 2010 zum download hier (beim Runterscrollen finden sich viele weitere interessante Informationen und Grafiken zu diesen Themen).
 
 
 Wir möchten Sie einladen ihr Wissen zum Thema Lobauautobahn mit einem kleinen Quiz zu überprüfen.
 
 
Der folgende Text wurde auszugsweise den Unterlagen von GLOBAL2000 anlässlich der Eröffnung der Kampagne am 28.6.2004 entnommen (und ist auf weiten Strecken leider immer noch brandaktuell).
 
 
Lobauautobahn - Sinn oder Unsinn?
Die derzeit im Bau befindliche B301 ist für sich genommen sinnlos, denn es gibt kaum einen Bedarf von der Süd- auf die Ostautobahn zu gelangen. „Sinn“ erhält sie erst dadurch, dass sie über den derzeit projektierten Endpunkt „Knoten Schwechat“ über die Donau hinaus verlängert wird und damit einerseits Teil des Autobahnringes und andererseits Ausweichstrecke zur Südosttangente wird. Dasselbe gilt für die Nordautobahn: Eine Autobahn, die von Tschechien kommend an der Brünner Straße endet, ist Unsinn. Beide Straßenbauvorhaben sind auf die Verbindung quer durch den Nationalpark angewiesen.
Außer dem Tunnel durch den Nationalpark soll entlang des Nationalparks die Raffineriestraße zwischen Ölhafen und Knoten Kaisermühlen sechsspurig ausgebaut werden. Die Lobau würde dann von zwei Schnellstraßen in die Zange genommen werden.
Hinzu kommt eine weitere Gefahr: Das Tanklager Ölhafen ist an drei Seiten vom National­park begrenzt (an der vierten Seite liegt die Donau) und stellt einen Fremdkörper innerhalb der Lobau dar. Stimmen werden nun laut, das Areal nach einer allfälligen Absiedelung für Geschäftszwecke zu nutzen, da es ja durch die sechste Donauquerung, Lobauautobahn und ausgebauter Raffineriestraße „straßenmäßig ideal erschlossen wäre“. Dann hätten wir vielleicht eine „Shopping City Donau“ mitten in der Lobau!
 
Der LKW-Transit kommt nach Wien
Ringautobahnen führen dazu, dass man innerstädtisch nicht den kürzesten Weg nimmt, sondern radial nach außen auf den Ring fährt, um sich auf diesem seinem Ziel nähern. Ähnliches passiert auch von der entgegengesetzten Richtung mit dem Transitverkehr. Wer beispielsweise von Frankfurt/Main mit dem Auto zum Ärmelkanal fahren möchte, gerät auf dem Weg dorthin nahezu unweigerlich auf den Autobahnring von Brüssel und beteiligt sich – unfreiwillig – am dortigen Großstadtstau. Damit wird Transitverkehr – sowohl von Gütern als auch von Personen – in das Ballungszentrum geführt, verstärkt auf dem Ring das Verkehrsaufkommen und die Staugefahr und verschlechtert durch Lärm und Abgase die Lebensqualität der umfahrenen Metropole. Will man den Transitverkehr möglichst weit von der Großstadt fernhalten, muss der Autobahnring sehr weit außen liegen. Damit verschärft man aber das Problem des radialen Verkehrs. Diese beiden Problemfelder führen in ein klassisches Dilemma, für das die Auto- und Straßenbaulobby allerdings ein Patentrezept hat: den doppelten Autobahnring! Der innere dient dem städtischen Verkehr, der äußere hat eine Bypass-Funktion für den Transitverkehr. So schlägt jedenfalls die Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen einen weiteren Autobahnring von Traiskirchen über Schwadorf und Fischamend ins Marchfeld vor: „Damit kann der überregionale Verkehr aus dem Nahbereich Wiens herausgehalten werden.“
 
Zersiedlung und Speckgürtel wird steigen
Die Stadt Wien leistet mit der Lobauautobahn der Stadtflucht Vorschub und sägt an ihren eigenem Lebensnerv. Noch mehr Jungfamilien würden „dank“ schneller Autobahnanbindung ihren Wohnsitz ins Marchfeld verlegen. Die Gemeinde Wien würde dreifach verlieren:
  • Die Einwohnerzahl nimmt ab und damit auch die Steuereinnahmen.
  • Diese neuen Pendler würde mit dem Auto nach Wien in die Arbeit fahren und damit zusätzliche Stau- und Parkraumkosten verursachen.
  • Fachmarktzentren an den neuen Autobahnen würden die Nahversorgung in Wien noch mehr zerstören.
Lobauautobahn führt zu noch mehr Treibhausgasemissionen
Der Verkehrssektor ist jener Bereich, in dem in Österreich die CO²-Emissionen am stärksten steigen. Für den Nordosten Wiens wurde der tägliche Ausstoß von CO² durch den Autoverkehr für die verschiedenen Ausbau­varianten berechnet: Gegenüber dem Stand für das Jahr 2000 würden bis zum Jahr 2021 bei massivem Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel die Treibhausgasemissionen um immer noch 14 bis 16 Prozent steigen, durch den Bau der Lobauautobahn aber um bis zu 45 Prozent!  
 
Keine Entlastung der Südosttangente
Über die Praterbrücke fahren derzeit rund 170.000 Autos täglich. Wird die Lobauautobahn gebaut, werden im Jahr 2021 trotzdem zwischen 198.500 und 208.500 Fahrzeugen die Praterbrücke benutzen. Die Südosttangente wird also nicht entlastet.
 
Die Lobauautobahn ist keine Lösung
Eine hochrangige Straße hat den vorgeblichen Zweck, den bestehenden Autoverkehr zu bündeln und damit das bestehende Netz an Nebenstraßen zu entlasten. Hochrangige Straßen – und damit auch die Lobauautobahn – produzieren aber allein durch ihre Existenz auch zusätzlichen Verkehr. Zwei Mechanismen seien dabei herausgegriffen: Einerseits verleiten kreuzungsfreie Straßen mit hoher Reisegeschwindigkeit zu weiteren Wegen. Viele fahren dann – da die Wegzeit gleich bleibt – beispielsweise in ein weiter entferntes, aber größeres oder moderneres Einkaufszentrum. Zweitens führen hochrangige Straßen zu einem vermehrten Umstieg von öffentlichen Verkehrsmitteln auf das Auto. Dass dies selbst bei schnellen und bequemen Verkehrsmitteln wie der U-Bahn passiert, lässt sich am Beispiel Lobauautobahn demonstrieren. Im Rahmen der Strategischen Umwelt­prüfung (SUP) für den Nordosten Wiens ließ Wien die Fahrgastzahlen der ver­längerten U-Bahnlinie U2 in Abhängigkeit von verschieden Straßenbauvarianten berechnen. Das Ergebnis: Ohne Lobauautobahn werden im Jahr 2021 mehr als 40.000 Menschen täglich mit der U2 die Donau überqueren. Wird die Lobauautobahn gebaut, sinkt die Auslastung auf 28.000. Man errichtet also ein sowohl in Bau als auch Betrieb teures Verkehrsmittel und sorgt mit einer konkurrierenden Straße dafür, dass der Auslastungsgrad der U-Bahn um ein Drittel verschlechtert wird; ein volkswirtschaftlicher Nonsens! Daher auch die Forderung im SUP-Bericht: „Aus diesem Wirkungserkenntnis, nämlich dass der Bau neuer Straßeninfrastruktur auch neuen KFZ-Verkehr induziert, kann die Forderung abgeleitet werden, dass Maßnahmen für den ÖV (=öffentlicher Verkehr) zeitlich betrachtet früher zu setzen sind und dass verkehrssteuernde Maßnahmen zusätzlich gesetzt werden müssen, um die MIV (= motorisierter Individualverkehr)-Verkehrsleistung reduzieren zu können.“
Der Ausbau der Schnellbahnlinie S80 Richtung Aspern wird seit Jahrzehnten geplant, aber nicht verwirklicht, die nun projektierte Straßenbahn nach Großenzersdorf hat es bis in die Sechzigerjahre schon gegeben. Das Argument, man bräuchte zuerst Ortsumfahrungen und die Nordostumfahrung, um die Straßenbahn auch wirklich durch Eßling hindurch bauen zu können, ist wenig stichhaltig: Die Eßlinger Hauptstraße ist im Ortsbereich auch nicht schmäler als viele innerstädtische Straßen, in denen ebenfalls Straßenbahnen verkehren.
 
Was ist wichtiger: Nationalpark oder LKW-Transit?
Rund 2,5 Millionen Menschen wohnen in oder um Wien. Sie alle können die Lobau und die Donauinsel als Naherholungsgebiet genießen. An heißen Sommertagen baden Hunderttausende in der Neuen Donau. Darf dies aufs Spiel gesetzt werden für die freie Fahrt für ein paar tausend Autos?
 
Unter Verschluss gehaltene Studie beweist: Sechste Donauquerung und Lobauautobahn unnötig
In einer 1999 für das Verkehrsministerium erstellten Studie werden eine Reihen von Nachteilen des Baus einer sechsten Donauquerung (kaum Entlastung für Südosttangente, Schwächung des öffentlichen Verkehrs, Beeinträchtigung der Lobau und „Nutzungskonflikte“) aufgezählt und es heißt wortwörtlich: „Aus diesem Grund wird ein Verzicht auf eine 6. Donauquerung und Nordostumfahrung Wien empfohlen.“ Diese Studie wurde nie veröffentlicht.
 
Quelle: GLOBAL 2000
 
 
 

 



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