Unabhšngiger gemeinnŁtziger Verein gegen den Bau jeglicher neuer HochleistungsstraŖen im Nordosten ÷sterreichs, insbesondere der S1 'Lobauautobahn'
 

"Feinstaub lässt Gefäße verkalken

Wer nahe einer Autobahn wohnt, hat besonders oft verkalkte Herzkranzgef√§√üe - und damit ein h√∂heres Risiko f√ľr Herzinfarkt und Schlaganfall. Der Grund: vermutlich Feinstaub. 200 Meter Abstand zu den Abgasen reichen aus, um das Leben zu verl√§ngern.

Menschen, die an stark befahrenen Stra√üen wohnen, haben einer Studie zufolge besonders oft eine Verkalkung der Herzkranzgef√§√üe. Dadurch steige das Risiko f√ľr einen Herzinfarkt und einen Schlaganfall. 200 Meter von einer Autobahn oder Bundesstra√üe entfernt, ist das Risiko dagegen kaum mehr erh√∂ht, wie Wissenschaftler der Universit√§ten Duisburg-Essen und D√ľsseldorf bei einer Analyse der Heinz Nixdorf Recall Studie herausfanden. Die Studienergebnisse werden in diesem Monat in der amerikanischen Fachzeitschrift "Circulation", dem Organ der American Heart Association, ver√∂ffentlicht

Wie wirkt der Feinstaub aufs Herz?

Verantwortlich f√ľr das h√∂here Gesundheitsrisiko ist den Angaben zufolge die durch den Verkehr verursachte Luftverschmutzung mit Feinstaub. "Dies ist die erste Studie, die einen Zusammenhang zwischen einer lang andauernden hohen Verkehrsbelastung nahe der Wohnung und der Herzkranzgef√§√üverkalkung untersucht. Damit zeigen wir einen m√∂glichen Mechanismus der Wirkung von Feinst√§uben auf das Herz", sagt sagt Barbara Hoffmann vom Institut f√ľr Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie der Universit√§t Duisburg-Essen.¬†

Hauptursache f√ľr unterschiedliche Feinstaubkonzentrationen in Innenst√§dten ist nach Angaben der Wissenschaftler der Verkehr. Fr√ľhere Untersuchungen h√§tten bereits einen Zusammenhang zwischen der Feinstaubkonzentration und dem Risiko f√ľr Herzinfarkte und pl√∂tzlichem Herztod gezeigt. Diese Studie verbinde nun die Verkehrsbelastung mit der Verkalkung (Arteriosklerose) der Herzkranzgef√§√üe, dem wichtigsten Grund f√ľr Herzerkrankungen.

Bei der Heinz Nixdorf Recall Studie werden seit 2000 in den drei St√§dten M√ľlheim, Essen und Bochum Risikofaktoren f√ľr Herz- Kreislauferkrankungen untersucht. Insgesamt 4814 zuf√§llig ausgew√§hlte M√§nner und Frauen im Alter von 45 bis 74 Jahren wurden bei der Erstuntersuchung nach bekannten Risikofaktoren und Vorerkrankungen befragt. Die Wohnadresse der Teilnehmer wurde genutzt, um ihre chronische Belastung gegen√ľber Verkehr und Feinst√§uben abzusch√§tzen. Nach f√ľnf Jahren werden die Teilnehmer der Studie nachuntersucht. "

DPA/DDP
Von Erich Lederer 17.Juli 2007 aus stern.de
http://www.stern.de/wissenschaft/medizin/593232.html?nv=sml


"Partikelbeschuss im Doppelpack

Allergiker in verkehrsreichen Gebieten haben doppelt zu leiden: Winzige Dieselru√üpartikel greifen die Atemwege an und verb√ľnden sich mit Pollen zu einem durchdringenden Allergieausl√∂ser. Allergiker aufgepasst: Exklusiv auf stern.de beantwortet Allergie-Experte Professor Zuberbier im Chat Fragen.¬†

50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, so lautet seit 2005 der Grenzwert f√ľr die maximale Feinstaubbelastung im Tagesmittel. Mehr als 35 √úberschreitungen im Jahr sind tabu.Vor allem in den St√§dten kommt dieses Jahr eine Doppelbelastung auf viele Allergiegeplagte zu: Die Partikel reizen Atemwege und Lungen; zudem fliegen mangels Regen auch besonders viele Pollen, die Heuschnupfen-Empfindlichen auf Nase und Augen gehen.

Dieselruß macht Pollen aggressiv

Schon seit längerem wissen Umweltmediziner, dass die mikroskopisch kleinen Teilchen nicht nur die Zahl der Sterbefälle durch Herz-Kreislauf-Versagen in die Höhe schnellen lassen, sondern auch allergisches Asthma und andere Überreaktionen des Immunsystems verstärken. Eine französische Arbeitsgruppe untersuchte vor einigen Jahren mehr als 6000 Kinder in sechs Städten. Sie fand heraus, dass Asthmaanfälle, aber auch Hautreaktionen und Heuschnupfen umso häufiger auftraten, je verschmutzter die Luft war. 

Wie Feinstaub und Allergien zusammenwirken, untersucht auch eine Arbeitsgruppe unter Heidrun Behrendt und Thilo Jacob vom Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM) der Technischen Universit√§t M√ľnchen in Zusammenarbeit mit dem GSF-Forschungsinstitut f√ľr Umwelt und Gesundheit. Ganz genau nahmen die Wissenschaftler dabei die winzigen Partikel von weniger als einem zehntausendstel Millimeter Durchmesser unter die Lupe: "Unsere Vermutung war", so die Erstautorin der Studie, Francesca Alessandrini, "dass besonders die ultrafeinen Kohlenstoffpartikel, wie sie im Dieselru√ü enthalten sind, allergisch bedingte Atemwegsreaktionen verst√§rken."" (...)

" Birkenpollen an der Straße: Gefährlicher als auf dem Land

Zudem entwickeln Pollen in Zusammenarbeit mit Feinstaub offenbar ein besonders hohes Allergiepotenzial. Die Forscher des ZAUM registrierten bei Birken an befahrenen Stra√üen etwa dreimal so viele Allergene pro Polle wie bei B√§umen auf einer Wiese. Mit einem Elektronenmikroskop l√§sst sich deutlich zeigen, wie die Bedrohung im Lauf der Jahre gewachsen ist: Fr√ľhere Bilder zeigen nur einzelne Staubpartikel auf den Pollen, auf aktuellen Bildern ist ihre Oberfl√§che fast vollst√§ndig von Feinstaub bedeckt.

Bereits vor sieben Jahren stellte die Weltgesundheitsorganisation fest, dass der Durchschnittsdeutsche unter Staubbelastung fast ein Jahr seines Lebens verliert. F√ľr Allergiker d√ľrfte diese Zahl noch um einiges dar√ľber liegen.¬†

Die Abwehr schaltet um auf Entz√ľndung - wom√∂glich sogar im Herz

Nach vier Stunden produzierten die Zellen des Lungengewebes vor allem "Heat-Shock-Proteine". Diese werden vor allem dann aktiv, wenn Zellen unter Stress stehen und ihre Eiwei√üketten besonders empfindlich sind. Wie Bodyguards auf Molek√ľlebene sch√ľtzen sie lebenswichtige Eiwei√üe vor Abbau und Zerfall.

Nach 24 Stunden steht nicht mehr der Schutz gegen Stress im Mittelpunkt. Nun heizen typische Boten der lokalen Immunreaktion vor Ort eine Entz√ľndung an und produzieren Stoffe, mit denen sie sich gegen den Feinstaub wehren. Im Kampf sind vor allem Makrophagen beteiligt, die Fresszellen der Abwehr, daneben Deckzellen der Lunge und schleimproduzierende Bronchienzellen.

Auf Dieselru√ü und andere ultrafeine Partikel antwortet der K√∂rper demnach zuerst mit einer Alarmreaktion. Dauert der Stress l√§nger, schaltet die Abwehr auf Entz√ľndung um. "Dabei", so Holger Schulz, "scheint sich das Gleichgewicht der Immunabwehr zu verschieben."

Neuere, noch laufende Experimente deuten darauf hin, dass die Entz√ľndung nicht auf die Atemwege begrenzt bleibt. Entsprechende Signale lassen sich auch im Herz und der Leber entdecken. Wie sich diese Zellen gegen die winzigen Partikel verteidigen, sollen k√ľnftige Versuche der Arbeitsgruppe noch deutlicher zeigen."

Von Erich Lederer 2. Mai 2007 aus stern.de
http://www.stern.de/wissenschaft/medizin/588180.html?nv=ct_mt



22. März 2005:
Doppelter Feinstaub-Grenzwert in der Lobau gemessen!
Greenpeace: Umweltstadträtin Ulli Sima muss gegen Lobau-Autobahn handeln!
 
Wien, 23.3.2005. ‚Äď In Wien wurde gestern zum 25. Mal im Jahr 2005 der Grenzwert f√ľr Feinstaub √ľberschritten. Insgesamt sind maximal 30 √úberschreitungen im Jahr erlaubt, bevor der Wiener B√ľrgermeister ein Ma√ünahmenpaket zum Schutz der Bev√∂lkerung vorlegen muss. Heute wurden von Greenpeace mit eigenem Messger√§t in der Donaustadt Werte von PM10-Feinstaub √ľber dem Zweifachen des erlaubten Grenzwertes gemessen. Auch die kleineren PM2,5-Feinstaubpartikel waren dreimal so hoch wie die amerikanische Umweltbeh√∂rde als obersten Grenzwert empfiehlt. 2005 droht in Wien zum Feinstaub-Rekordjahr zu werden. Greenpeace fordert nun von der Wiener Stadtregierung rasche Ma√ünahmen, um die Feinstaubbelastung zu reduzieren. ‚ÄěAngesichts dieser jetzt schon zu hohen Feinstaubbelastungen ist der Bau der Nordost-Umfahrung ein Angriff auf die Gesundheit der Wiener Bev√∂lkerung. Wachen Sie auf, Frau Stadtr√§tin, es geht um die Gesundheit der Wienerinnen und Wiener!‚Äú fordert Greenpeace-Verkehrsexperte Jurrien Westerhof Ulli Sima zum sofortigen Handeln auf.
 
Greenpeace f√ľhrte heute mit eigenem Ger√§t Feinstaubmessungen an der Ecke Raffinieriestra√üe und Biberhaufenweg in der Lobau durch. Dabei wurden nicht nur die gr√∂√üeren PM10-Feinstaubpartikel, sondern auch die kleineren PM2,5 und PM1-Feinstaubpartikel gemessen. Nicht nur der gesetzliche Grenzwert f√ľr PM10 wurde heute fr√ľh bis zu mehr als zweifach √ľberschritten, auch die Messwerte der anderen, kleineren Partikel waren gesundheitlich sehr bedenklich. Die kleineren Partikel sind noch gesundheitssch√§dlicher, weil sie tiefer in die Lungen eindringen und sogar in die Blutbahn gelangen k√∂nnen.
 
An der heutigen Messstelle will die Stadt Wien eine Autobahnzufahrt errichten, die an die geplante Lobau-Autobahn anschlie√üt. Die Feinstaubbelastungen im 22. Wiener Gemeindebezirk w√ľrden aber dadurch weiter zunehmen, warnt Greenpeace. Gerade die verkehrsnahen Messstellen in Wien, wie die Rinnb√∂ckstra√üe bei der S√ľdosttangente, weisen die h√∂chsten Feinstaubbelastungen der Stadt auf. Laut Studie der MA22 (Umwelt) ist mehr als die H√§lfte des Wiener Feinstaubs auf den Verkehr zur√ľckzuf√ľhren. Laut dem aktuellen Feinstaub-Statusbericht soll jetzt ganz Wien zum Sanierungsgebiet werden.
 
Die Wiener Umweltstadtr√§tin Ulli Sima hat in den vergangenen Wochen wiederholt behauptet, dass die Ursachen des Wiener Feinstaubproblems im Ausland liegen w√ľrden. Die Studie der MA22 beweist das Gegenteil. Gerade die Grenzwert√ľberschreitungen sind zum Gro√üteil hausgemacht und auf den Verkehr zur√ľckzuf√ľhren. Hierzu kommt, dass der vom Verkehr verursachte Feinstaub besonders gesundheitsgef√§hrdend ist. Bisher blieb die Stadt Wien eine Antwort schuldig, wie sie die Errichtung der Lobau-Autobahn durchsetzen will, ohne das Feinstaubproblem weiter zu versch√§rfen und auch bisher noch relativ unbelastete Wohngebiete im 22. Bezirk zu Feinstaub-Problemzonen zu machen.
 
Greenpeace ruft heute die zust√§ndige Wiener Umwelt-Stadtr√§tin Ulli Sima auf, ihre Verantwortung endlich wahrzunehmen, und nicht das Problem einfach auf das Ausland zu schieben. ‚ÄěFrau Stadtr√§tin, wachen Sie auf! Sollen wir durch die Lobau-Autobahn jetzt aus allen Windrichtungen einger√§uchert werden? Wien hustet jetzt schon, und bald wird auch im 22. Bezirk die Luft genauso schlecht sein wie die an der Tangente!‚Äú warnt Westerhof.
 
Quelle: http://www.greenpeace.at/1854.html
 


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